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Wahlbetrug in Frankreich? Nein, falsche Stimmauszählung im französischen TV!

In Schleswig-Holstein kam am vergangenen Sonntag die AfD nicht über die 5 Prozent-Hürde, weshalb sie nicht im dortigen Landtag vertreten sein wird. Deshalb werden in vielen Kommentaren dazu zwei Fotos gepostet, der beweisen sollen, dass es ja auch in Frankreich einen Wahlbetrug gegeben hätte, der sich nun auch in dem Bundesland wiederholt habe.
Doch der vermeintliche Wahlbetrug ist nachweisbar ein Fehler des TV-Senders gewesen.

Der vermeintliche Wahlbetrug in Frankreich

Es gibt mehrere Screenshots und Fotos von den Zahlen, die ein französischer TV-Sender am Abend der Stichwahl zwischen Macron und Le Pen zeigte, hier nur ein Beispiel, der auch die Zeiten anzeigt, wann die Zahlen im TV zu sehen waren:

Ein Wahlbetrug in Frankreich?
Ein Wahlbetrug in Frankreich?

Während um 21:10 Uhr noch 13.899 Stimmen für Le Pen angezeigt wurden, sie damit 202 Stimmen mehr als Macron hatte, änderte sich die Zahl anscheinend um 22:45 Uhr, denn zu diesem Zeitpunkt hatte sie plötzlich nur noch 11.558 Stimmen, während Macrons Stimmen mehr wurden.

Nachweislich falsche Zahlen im TV

Tatsächlich handelt es sich um keine Manipulation der diversen Fotos; der TV-Sender strahlte tatsächlich diese Zahlen aus. Der TV-Sender gab auch öffentlich zu, falsche Zahlen genannt zu haben, und begründet dies so:

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„Aufgrund eines Computerfehlers haben wir beim Wahlabend von France 2 am Sonntag, den 24. April, falsche Zahlen angezeigt. Wir bitten unsere Zuschauer, dies zu entschuldigen. Hier einige Erklärungen:
Die Journalisten Johanna Ghiglia und Jean-Baptiste Marteau kommentierten live die Ergebnisse der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen.
Um 21.10 Uhr zeigte der Bildschirm 14,2 Millionen Stimmen für Emmanuel Macron und 14,4 Millionen Stimmen für Marine Le Pen an. Die Software, mit der der Sender die Daten des Innenministeriums anzeigen kann, zählte die Stimmen in einigen Gemeinden doppelt für die beiden Kandidaten.
Dieser Fehler wurde sofort festgestellt und später korrigiert. Das Innenministerium hatte Marine Le Pen nie 14 Millionen Stimmen zugeschrieben. Den endgültigen Ergebnissen zufolge kommt Emmanuel Macron auf insgesamt 18,7 Millionen Stimmen, während Marine Le Pen 13,2 Millionen Stimmen auf sich vereint.“

Quelle: Twitter

Doch dieser Erklärung werden Hartnäckige bestimmt nicht glauben wollen. Gibt es denn Beweise, dass der TV-Sender wirklich einfach nur die falschen Zahlen zeigten? Die gibt es, denn die Daten kommen ja, wie sie selbst in dem Tweet schreiben, direkt vom Innenministerium und werden dann mit einer Software für die Anzeige im TV ausgewertet.

Glücklicherweise lassen sich mit der Wayback Machine mehrere, zeitnahe Zahlen aufrufen, wie sie auf der Seite des Innenministeriums, von denen der TV-Sender ja die Daten bekam, zu sehen waren.
Demnach sahen die offiziellen Zahlen um 21:42 Uhr so aus:

Um diese Uhrzeit waren 58 Prozent der Stimmen ausgezählt. Macron hatte 9.7 Millionen Stimmen, Le Pen hatte rund 8.7 Millionen Stimmen. Macron hatte also zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Stimmen, aber beide insgesamt weniger Stimmen als im Livestream angezeigt, was aufzeigt, dass die Software zu diesem Zeitpunkt bereits die Daten falsch auswertete.

Um 22:45 Uhr zeigte der TV-Sender 11.558.051 Stimmen für Le Pen an. Nun schauen wir auf die in der Wayback Machine gesicherten Zahlen um 22:32 Uhr:

Nun sind die Zahlen im TV sehr nahe an den echten Zahlen, der kleine Unterschied ergibt sich natürlich durch den zeitlichen Abstand von 13 Minuten: Le Pen hatte zu dem Zeitpunkt 11.3 Millionen Stimmen, Macron 13.7 Millionen Stimmen. Tatsächlich wurde also während des Livestreams die Zahlen korrigiert.

Fazit

Am Ende gewann Macron die Wahl mit deutlichen 58 Prozent. Der TV-Sender zeigte tatsächlich während des Livestreams zeitweise falsche Zahlen an, die später korrigiert wurden. Dies kommunizierte der Sender auch nach außen, eine Überprüfung der Zahlen des Innenministeriums bestätigte die Angaben.

Ein vermeintlicher Wahlbetrug liegt somit nicht vor, lediglich ein Fehler des TV-Senders.

Weitere Quellen: dpa, AFP

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.




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