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Hass im Netz trifft häufig Politikerinnen und Politiker

Angespannte gesellschaftliche Zeiten entladen sich allzu häufig in Hasskommentaren im Netz und jene, die in der Öffentlichkeit stehen, werden dabei schnell zur Zielscheibe. Kurz vor der Landtagswahl in NRW zeigen die aktuellen forsa-Ergebnisse: Politikerinnen und Politiker sind in der Wahrnehmung der Befragten von Hass im Netz besonders stark betroffen.

Fast 70 Prozent (67 %) der Befragten, denen Hasskommentare im Netz aufgefallen sind, geben an, schon einmal Aussagen gelesen zu haben, die sich gegen eine politische Akteurin oder einen politischen Akteur gerichtet haben. Aber auch Menschen mit einer anderen politischen Einstellung (58 %) oder Menschen mit Migrationshintergrund (50 %) werden als Opfer von Hass im Netz wahrgenommen. Ebenso habe ein Drittel der Befragten Hass gegen Journalistinnen und Journalisten schon einmal bemerkt. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen, denen Hate Speech im Netz aufgefallen ist, wird verstärkt auch jener Hass wahrgenommen, der sich gegen Menschen richtet, die zum Beispiel nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen (65 %). Auch Hasskommentare gegen Angehörige der LGBTQ-Gemeinschaft sind besonders den unter 25-Jährigen schon begegnet (79 %).

Hasskommentare gehen an Vielen nicht einfach vorbei

Die Zahlen zeigen, dass Hass ein Problem von Breite ist: Fast 80 Prozent (77 %) der deutschen Internetnutzerinnen und -nutzer ab 14 Jahren geben an, schon einmal Hasskommentaren im Internet begegnet zu sein. Besonders stark zeigt sich das in der Altersgruppe der jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren, von denen nur wenige ein Internet ohne Hass(kommentare) kennen (8 %). Unabhängig vom Alter ist die Wahrnehmung von Hassrede also hoch und damit ein Problem, das uns alle betrifft. Ein Problem, das uns allerdings nicht nur betrifft, sondern viele auch trifft, wie die aktuellen Ergebnisse zeigen: Gut drei Viertel aller Befragten (77 %) geben an, dass Hasskommentare sie wütend machen.

Gegenstrategien: Hass melden hilft

Demgegenüber ist die Erkenntnis umso erfreulicher, dass es bei den Befragten auf große Zustimmung trifft, Hass im Netz nicht einfach nur mitzulesen und hinzunehmen, sondern aktiv zu werden und Hass bei unabhängigen Meldestellen anzuzeigen (66 %). Auch das Melden von Kommentaren über den direkten Weg beim Plattformanbieter wird als effektiv wahrgenommen, vorwiegend bei den unter 25-Jährigen (81 %), gefolgt von inhaltlicher Moderation im Sinne des Community Managements (73 %).

Insgesamt wurden Hasskommentare laut den Befragten, denen diese schon einmal begegnet sind, etwas häufiger an die Plattformen gemeldet als in den vergangenen Untersuchungen – 29 Prozent der Befragten hat dies bereits einmal getan, vor allem unter 25-Jährige sind hier aktiv (62 %).  Gleichzeitig ist jedoch zu beobachten, dass die Möglichkeit, Hassrede mit Gegenrede zu begegnen, immer weniger genutzt wird und nur noch knapp jeder Fünfte bereit ist, mit Kritik zu reagieren (21 %) – möglicherweise aus Angst, den Hass auf sich selbst zu ziehen. Mehr noch als eine rasche Löschung (76 %) wird eine strafrechtliche Verfolgung als wirksame Strategie gegen Hasskommentare angesehen (79 %).

Die Initiative „Verfolgen statt nur Löschen“ tut genau das. Hier arbeiten Staatsanwaltschaft, Medienunternehmen und Medienaufsicht in NRW aktiv zusammen, um das Internet vor Hass und Hetze zu schützen. Sie setzen sich gemeinsam für die Verfolgung strafrechtlich relevanter Hasskommentare ein. Diese können im Rahmen von „Verfolgen statt nur Löschen“ zur Anzeige gebracht werden. Und auch Sie können sich mit Hasskommentaren an die Landesanstalt für Medien NRW wenden und diese melden: beschwerde@medienanstalt-nrw.de 

Die vollständigen Ergebnisse der Erhebung finden Sie hier. Weitere Informationen zu unserem Vorgehen gegen Hassrede im Internet finden Sie hier.

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Quelle: Landesanstalt für Medien NRW

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.




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