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“Burj Al Babas” – Lost Place der Superlative

Dort sollten über 700 Möchtegern-Prinzessinnen aus 1001 Nacht Tür an Tür den Rest ihres Lebens in ihrem eigenen Märchentraumschloss verbringen dürfen.

Ganz nach dem Motto: „All our dreams can come true, if we have the courage to pursue them.
(„Alle unsere Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, sie zu verfolgen.“ – Walt Disney)

Kannst du es dir vorstellen? Ein Schloss und noch ein Schloss und noch ein Schloss und noch ein Schloss?
Auf Facebook findet man aktuell wieder mehrere Fotos und Beiträge dazu. Und am Ende sieht das Ganze so aus:

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Zauberhaft, nicht wahr?

Ich hab ’nen Traum

Was auf den ersten Blick aussehen mag, wie eine Betreutes-Wohnen-Anlage für ausrangierte Disney-Prinzessinnen, ist eines der größten, nie fertiggestellten Bauprojekte in der Türkei. Zwischen Istanbul und Ankara befindet sich dort, eingebettet von Wäldern und Bergen, Burj Al Babas, das „Tal der Türme“, wie es liebevoll von den Bauherren, zwei türkischen Immobilienunternehmern, getauft wurde.

Allen Anschein nach inspiriert vom Istanbuler Wahrzeichen, dem Galaturm, und einem Besuch im Disney-Land erstrecken sich über 580 Türmchen nur drei Kilometer vom Zentrum von Mudurnu entfernt. Auf deren Dachterrassen hätten eigentlich wohlhabende Käufer aus den Golfstaaten das mediterrane Klima – umgeben von heißen Quellen und Einkaufszentren – genießen sollen.

Verspekuliert

Was 2014 so schön begann, endete vier Jahre später mit dem Bankrott. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich aufgrund von zunehmenden Terroranschlägen und einem gescheiterten Putsch-Versuch zunehmend, und Investoren und Käufer zogen ihr Geld aus dem 200-Milliarden-Projekt Burj Al Babas wieder ab.

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 350 der 735 Villen im Wert zwischen 370.000 und 530.000 Dollar verkauft. 

Lost Place der Superlative

Alles, was von diesem Projekt letzten Endes geblieben ist, sind zerplatzte Träume, halbfertige und wieder verfallende Märchenschlösser, und die perfekte Kulisse für Low-Budget-Teenie-Horrorfilme.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, ad-magazin, Standard

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