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Bekiffte Spinnen? Ja, die NASA gab den Krabblern Drogen!

Ihr kennt ja vielleicht betrunkene Insekten, wenn ihr sie aus dem Bier- oder Weinglas gefischt habt – denn ja, auch Sechs- und Achtbeiner reagieren auf die Toxine in diversen Drogen. Aber mit kleinen, torkelnden Bienen kann man nicht wirklich viel anfangen, interessanter aber wird es bei Spinnen. Diesen Arachniden sieht man nämlich an, wenn sie heimlich gekifft haben – und zwar an ihren Netzen!

Baut eure Netze gefälligst früher!

Die Idee, Spinnen Drogen zu geben, entstand bereits vor Jahrzehnten, genau genommen 1948, als der Schweizer Pharmakologe Peter N. Witt mit seinen Forschungen über die Wirkung von Drogen auf Spinnen begann – weil sie erst mitten in der Nacht Netze webten!

Sein damaliger Kollege, der Zoologe H. M. Peters, störte sich nämlich daran, dass Gartenkreuzspinnen, die er beobachten wollte, ihre Netze immer erst zwischen 2 und 5 Uhr morgens bauen. Und wer will schon mitten in der Nacht aufstehen, um Spinnen zu beobachten?

Damit die Spinnen also früher mit dem Bauen anfangen, gab Witt ihnen Reihe psychoaktiver Drogen, darunter Amphetamin, Meskalin, Strychnin, LSD und Koffein und stellte fest: Nope, die Spinnen blieben bei ihren festen Spinnzeiten, aber dafür zeigte sich etwas anderes: Je nach Droge änderte sich die Größe und der Aufbau ihrer Netze!

Wie gibt man Spinnen Drogen?

Nein, man gibt ihnen keinen Joint! Witt löste die Drogen in Zuckerwasser auf und träufelte einen Tropfen der jeweiligen Lösung in den Mund der Spinne. Unbekannt ist, ob er sie dabei gestreichelt hat, damit sie keine Angst haben. In späteren Studien wurden die Spinnen mit betäubten Fliegen gefüttert, was im Nachhinein gesehen die einfachere Methode ist – versucht ihr mal, den Mund einer Spinne mit einer Pipette genau zu treffen!

Die Netze der Spinnen wurden vorher und nachher fotografiert, und das Ergebnis ist erstaunlich: Sowohl die Ergebnisse Witts, als auch die Ergebnisse der NASA, die 1995 die Experimente wiederholte, gleichen sich sehr!

Wie Spinnen auf Drogen Netze bauen

Schauen wir uns also mal die Ergebnisse der diversen Studien an:

Eine Spinne auf LSD

Das Netz einer LSD-Spinne
Das Netz einer LSD-Spinne

Spinnen auf LSD bauen geometrischere Netze, vergessen aber aus irgendeinem Grund die Zwischenfäden im größten Teil des Netzes.

Eine Spinne auf Marihuana

Das Netz einer Marihuana-Spinne
Das Netz einer Marihuana-Spinne

Bekiffte Spinnen scheinen ihr Netz mittendrin aufzugeben. Laut der NASA-Studie ließen sich die Spinnen auch leicht vom Netzbau ablenken und wollten nicht fertig bauen. Unbekannt ist, ob sie auch den typischen Heißhunger entwickelten.

Eine Spinne auf Chloralhydrat

Das Netz einer Schlafmittel-Spinne
Das Netz einer Chloralhydrat-Spinne

Die Spinnen, die mit Chloralhydrat gefüttert wurden, gaben ihre Netze sogar schneller auf als die bekifften Spinnen – was aber kein Wunder ist, da es sich um ein Schlafmittel handelt, was offenbar auch bei den Arachniden wirkt.

Eine Spinne auf Koffein

Das Netz einer Koffein-Spinne
Das Netz einer Koffein-Spinne

Was euch wach macht, lässt Spinnen durchdrehen: Es ist kein wirkliches Muster mehr zu erkennen, sie weben einfach nur noch dort, wo es ihnen in den Kram passt.

Eine Spinne auf Benzendrin

Das Netz einer Benzendrin-Spinne
Das Netz einer Benzendrin-Spinne

Benzendrin wurde ursprünglich gegen Asthma entwickelt, doch Studierende erkannten schnell dessen Weckeffekt und Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Tatsächlich arbeiteten auch die Spinnen mit viel Energie an den Netzen, allerdings ohne große Planung, zudem verloren sie sich in Details.

1971 veröffentlichte Witt seine 22 Jahre dauernde Forschung unter dem Titel „Drugs alter web-building of spiders: A review and evaluation“.

Warum gibt man Spinnen überhaupt Drogen?

Die NASA, welche die Versuche Witts 1995 replizierte und mit Computern auswertete, tat dies tatsächlich nicht aus Langeweile, sondern aus einem spezifischen Grund: Die Forscher erklärten, dass dieser Ansatz für Toxizitätstests eine Alternative zu Tests mit schädlichen Chemikalien an so genannten „höheren Tieren“ darstellen könnte, die ihrer Meinung nach „zunehmend durch Gesetze eingeschränkt werden“.

Mit anderen Worten: Tierversuche sollen auch mit Spinnen möglich sein: Man gibt ihnen eine Chemikalie und analysiert dann anhand deren Netzbaus, wie giftig beispielsweise ein Lippenstift ist.

Ich weiß, was ihr jetzt denkt. Wie trägt man einer Spinne Lippenstift auf???
Das überlasse ich eurer Fantasie!

Weitere Quellen: Rare Historical Photos, Newsweek

Auch interessant:

Alleine schon bei der Vorstellung dürfte es viel gruseln: Angeblich essen wir im Jahr durchschnittlich 8 Spinnen im Schlaf. Was wollen die Krabbler denn in unserem Mund? Oder wird uns da eine Spinne… äh… ein Bär aufgebunden?
Guten Appetit! Essen wir wirklich 8 Spinnen im Jahr, während wir schlafen?

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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